Meik Kramer ist ein erfolgreicher Unternehmer und ehemaliger Kommunalpolitiker in Otterndorf. Er ist durch seinen Fachbetrieb für Außenanlagen sowie durch sein gesellschaftliches Engagement in der Region bekannt. Er war Stadtrat in Otterndorf und gab sein Mandat im November 2025 zurück. Im Gespräch wollen wir mehr über Meik Kramer erfahren.
Herr Kramer, Sie sind bekanntermaßen nicht nur beruflich, sondern auch politisch und gesellschaftlich stark eingebunden und engagiert. Im letzten Herbst sind Sie aus dem Stadtparlament ausgeschieden. Warum?
Das ist tatsächlich eine bewusste Entscheidung gewesen, die ich zu Beginn dieses Jahres getroffen habe. Am 1. März 2026 habe ich das Amt des Abschnittsleiters übernommen – das ist das dritthöchste Amt im Landkreis für die Feuerwehren. Ein solches Amt erfordert die volle Aufmerksamkeit und Sorgfalt, die es auch verdient. In dieser Position bin ich verpflichtet, gelegentlich offizielle Stellungnahmen zu Feuerwehrangelegenheiten abzugeben – auch auf Samtgemeinde-Ebene. Um Interessenskonflikte und potenzielle Gewissenskonflikte zu vermeiden, habe ich mich entschieden, das Stadtrats-Mandat niederzulegen. Meine Philosophie ist einfach: Ich möchte lieber eine Sache perfekt machen, als mich bei mehreren Ämtern zu verzetteln und nur halbherzig tätig zu sein. Das Abschnittsleiter-Amt ist eine große Verantwortung für die Feuerwehren im Landkreis, und dieser Aufgabe will ich meine ganze Kraft widmen. Das war die richtige Entscheidung für mich.
Sie waren über Jahre politisch aktiv und haben sich als gewähltes Mitglied im Stadtrat 10 Jahre lang eingebracht, um für die Stadt Otterndorf etwas zu bewirken. Was waren Ihre Highlights?
Meine Highlights waren der Aufbau des Jugendrats, die Umsetzung der Skateranlage, die Unterstützung der Jugendarbeit und des Vereinslebens sowie die Entwicklung am Medembogen – mit dem Ziel, Otterndorf als attraktiven Wohn- und Arbeitsort zu gestalten.“
Was meinen Sie: kann Politik Spaß machen?
(lächelt) Ja, weil es einen persönlich noch mal fordert, sich in den Ort einzubringen. Man kann was für den Ort erreichen, voranbringen und besser machen – anstatt immer nur zu merken: „Das müsste mal gemacht werden.“ Und das gemeinschaftlich!
Was würden Sie Neueinsteigern in die Kommunalpolitik empfehlen?
Zunächst habe ich einen Einstiegslehrgang zur Kommunalpolitik besucht – wie sie funktioniert und worauf man achten muss. Das hat mir im Haus der Konrad-Adenauer-Stiftung sehr geholfen.
Wenn Sie sich für die Zukunft Otterndorfs etwas wünschen dürften, was wäre das?
Mein größter Wunsch ist eine wirtschaftliche Entwicklung Otterndorfs, die es unseren Kindern ermöglicht, hier zu leben und zu arbeiten. Das ist fundamental wichtig – wenn junge Menschen wegziehen müssen, weil es keine Perspektiven gibt, verliert eine Stadt ihre Zukunft. Aber genauso wichtig ist mir die Art und Weise, wie wir als Gemeinde zusammenarbeiten. Ich wünsche mir, dass die Politik sich manchmal selbst nicht ganz so ernst nimmt und vor allem über Parteigrenzen hinweg denkt. Nicht im Sinne von weniger Engagement, sondern im Sinne von mehr Pragmatismus und Zusammenhalt. Das Wichtigste sollte das Wohl des Ortes sein – nicht die eigenen Egos oder Parteiinteressen. Wenn wir es schaffen würden, dass Entscheidungen getroffen werden, weil sie für Otterndorf das Beste sind und nicht, weil sie der eigenen Partei nützen, dann hätten wir schon viel gewonnen. Das ist die Grundlage für eine echte wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung.
Und darüber hinaus: haben Sie politische Visionen?
Ja, durchaus. Meine Vision ist, dass wir als Gemeinde die Bürger wirklich hören und mitnehmen. Das ist für mich zentral. Es reicht nicht aus, nur zu regieren – wir müssen die Menschen einbeziehen, ihre Anliegen verstehen und sie in Entscheidungsprozesse einbinden. Gleichzeitig sehe ich eine große Aufgabe darin, Lösungen aufzuzeigen, die tatsächlich funktionieren können. Zu oft erlebe ich, dass Vorschläge einfach abgelehnt werden, ohne dass man sich konstruktiv damit auseinandersetzt. Meine Vision ist es, dass wir weniger blockieren und mehr gestalten – dass wir sagen: „Das geht, und so könnten wir es umsetzen.“ Das bedeutet auch, bereit zu sein, verschiedene Wege zu gehen und Lösungen zu suchen, die für Otterndorf passen. Nicht einfach immer „Nein“ sagen, sondern aktiv nach Wegen suchen, wie wir vorankommen. Das ist der Geist, den ich mir für unsere Stadt wünsche – konstruktiv, bürgernah und lösungsorientiert.
Frei nach meinem Motto: „Einfach mal machen!“
Vielen Dank für das Gespräch! Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg auf dem Weg zu Ihren persönlichen Zielen und danken Ihnen für die Zeit und Kraft, die Sie mit der Politik aufgebracht haben und für das, was Sie durch Ihren Einsatz für Otterdorf erreicht haben.
Das Gespräch wurde geführt von Bernhard Meyer